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Interview: Mathias Flückiger über seine XC-Variostütze

Variostützen setzen sich für Touren-, All-Mountain- und Enduro-Fahrer*innen immer mehr durch. Doch im Cross Country sieht man sie kaum, obwohl die sehr technischen Strecken dafür wie gemacht sind. Auch werden die Kurse immer anspruchsvoller und der SicherheitsAspekt sowie der Zeitgewinn in Abfahrten gewinnt an Relevanz. Mathias Flückiger ist absoluter Top-Fahrer im Worldcup und als einziger in dem Bereich mit Variostütze unterwegs – hier erzählt er uns mehr zu seinem selbst gebauten Prototypen und seiner Einschätzung der Entwicklung in diesem Bereich (Titelfoto: Marius Maasewerd):

Wie kam es, dass Du eine Variostütze an Dein XC-Bike haben wolltest?

Ich überlege mir oft was kann ich tun um in den verschiedensten Bereichen die das Cross-Country bietet besser zu werden. Sei das körperlich, taktisch, beim Material und auch in der Fahrtechnik. Bei der der Dropper-Post spielten die beiden letzteren Bereiche zusammen. Aber wie kam es dazu? Ich wollte meine Fahrtechnik unbedingt verbessern, und einen Stiel entwickeln wie diese, die ja die Fahrtechnik im Griff haben sollten, die DH- oder Enduro Fahrer. da war mir eigentlich schnell klar mit einer hohen Stütze ist dies einfach nur begrenzt möglich. Aber bei uns im CC ist ja bekanntlich das Gewicht des Bikes auch massgebend um schnell zu sein. Schliesslich muss das Ding ja den Berg hoch. Dabei Merkte ich, mit herkömmlichen Dropper-Stützen geht das nicht. Fast 500 Gramm mehr am Bike, nur das ich etwas komfortabler den Trail herunter fahren kann, kam bei mir nicht in Frag. Die ersten Gedanken für eine solche Stütze hatte ich übrigens 2010 bei der U23 WM in Mont St. Anne als ich Weltmeister wurde. Ganze 5 Jahre später kam sie beim ersten Rennen bzw Weltcup zum Einsatz.

Inzwischen Zeit versuchte ich damals meinen damaligen Sponsoren zu überzeugen eine solche mit mir zusammen zu entwickeln. Auch einen weiteren Hersteller ging ich an, vergeblich. So entschied ich mich 2013 selbst mit dem entwickel anzufangen und eine leichte Dropper-Post zu bauen. Und nun hat es zwei Jahre und hunderte von Stunden Arbeit benötigt. Der erste Prototyp kam zwar schon vor einem Jahr heraus, musste aber zuerst mal richtig im Training getestet werden und weitere Male Anpassungen vorgenommen werden. In Zukunft wird das bei mir aber vermutlich nicht mehr wegzudenken sein.

Mathias-Flückiger-Variostütze-3

Welche Vor- und Nachteile hat eine Variostütze im XC-Racing Deiner Meinung nach?

Die klaren Vorteile liegen in der Fahrtechnik, man fährt sicherer und dabei schneller. Der Schwerpunkt kann extrem abgesenkt werden was bei sehr steilen Abfahrten zum Vorteil kommt wie aber auch bei Kurvenfahrten. Man hat zudem viel mehr Beinfreiheit was die Agilität extrem erhöht. Gerade bei Sprüngen usw… Der Nachteil liegt vor allem beim Gewicht. Was ich aber nun mit meiner Stütze extrem reduzieren konnte und somit fast bei einer durchschnittlich schweren normalen Stütze liege, was somit kein Kompromiss mehr sein wird.

Wie und von wem wurde Deine Variostütze entwickelt und gebaut?

Die Stütze wurde von mir selbst entwickelt. Auch die ersten Prototypen wurden von mir gefertigt. Nun aber werde ich sie im Auftrag fertigen lassen, schliesslich muss ich ja auch noch trainieren nebenbei..

Mathias-Flückiger-Variostütze-1

Was hebt Dein Modell von anderen Variostützen ab?

Sie wurde speziell für den Cross-Country Einsatz entwickelt. Sprich das Gewicht ist tiefer als eine herkömmliche, wie auch der Hub der Stütze.

Wie prognostizierst Du die Zukunft der Variostützen im XC Worldcup?

Ich denke das dies Zukunft haben wird. ich merke schon jetzt die grosse Resonance und Interesse an dem Teil. Und ehrlich gesagt, ich hoffe es das es noch weitere geben wird. Somit können auch die Strecken technischer gebaut werden, und somit wird Cross Country noch spektakulärer und cooler.

Mathias und seine Variostütze im Einsatz:

Wird man Deine Variostütze in Zukunft kaufen können?

Phuu, über das habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich habe zwar bei der Entwicklung darauf geschaut, das sie möglichst wartungsarm sein wird und wirtschaftlich hergestellt werden kann. Aber vorerst geniesse ich es als Rennfahrer den „Exotenstatus“ der Einzige mit einer solchen Stütze zu sein, schliesslich wurde sie auch aus diesem Grund gebaut, einen Vorteil zu haben.

Links: facebook.com/mathias.fluckiger & mathiasflueckiger.ch

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